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ÜBERLASTUNG DER KIEFERGELENKE ALS AUSLÖSER

Sowohl nachts als auch am Tage berühren sich die Oberkieferzähne und Unterkieferzähne nur beim kauen und Schlucken. Darüber hinausgehende Zahnkontakte sind nicht notwendig.

Die Muskulatur hat also lange Ruhephasen. Viele Menschen neigen jedoch dazu, auch in diesen Ruhephasen mit den Zähnen zu arbeiten. Diese Funktionalität bezeichnet man als Knirschen und/oder Pressen. Hierbei werden zum Teil extrem große Kräfte entwickelt, welche ein oder mehrere Teile des Kauapparates überstrapazieren und schädigen können.

Die Zähne als einer dieser Teile verschleißen, die Muskulatur wird kontrakt und produziert Schmerzen und die Kiefergelenke verändern Ihre Biomechanik und es kommt zu unfunktionellen Bewegungsabläufen.

Betroffene die mit den Zähnen pressen wissen dies oft nicht , da hierbei keine Geräusche entstehen. Patienten die mit den Zähnen Knirschen hingegen erfahren davon häufig vom Lebenspartner, der unter Umständen nachts erwacht.

Zwischenzeitlich weiß man bereits, dass sich die Ursachen für nächtliches Knirschen/Pressen grundlegend von den Ursachen für Knirschen/Pressen tagsüber unterscheiden.

Während beim pressen/Knirschen tagsüber psychosoziale oder auch funktionelle Aspekte (u.a. Belastungssituation/ Anspannung) im Vordergrund stehen, spielen beim nächtlichen Knirschen/Pressen komplexe, zentrale gesteuerte Vorgänge im Gehirn eine

entscheidende Rolle.

Therapeutisch können aus zahnärztlicher Sicht Okklusionsschienen und Biofeedbackgeräte zum Einsatz kommen. Aus Physiotherapeutischer Sicht kommen neben der Anwendung der Manuellen Therapie des Kiefergelenkes auch verschiedenen Stabilisations- , Koordinations- und Zentrikübungen zur Anwendung, um dem Kiefergelenk seine Funktionalität ohne bleibende Schmerzfelder zurück zu geben.

Dazu fließen in Ihrer qualifizierten Praxis HansePhysio für Kiefer- und Physiotherapie auch osteopathische Maßnahmen in die Behandlung ein.   

Oft gehören allerdings auch Gesprächstherapie, Körperwahrnehmungsschulung und Achtsamkeitstraining in den komplexe Behandlungsplan.

Ein weiterer Grund für Überlastung ist die fehlende (Seiten)zahnabstützung.

Fehlen viele Seitenzähne (Stützzonenverlust) oder fehlt die Substanz (abgesunkener Biss),

so ist eine Abstützung des Kiefergelenkes nicht mehr gewährleistet.

Zwar konnten Studien zeigen, dass man generell auch mit einer reduzierten Anzahl von Zähnen allgemein noch gut kauen kann und auch sonst keine Einschränkungen zu erwarten hat. Wird ein bestimmter ,,kritischer'' Wert an fehlenden Zähnen jedoch überschritten und/oder kommen andere Faktoren hinzu, so können daraus sehr

ungünstige Belastungen für das Kiefergelenk resultieren.

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